Autofreies Stadtzentrum: Oslo vs Frankfurt
Auf einen Blick
Wenn man ein Stadtzentrum autofrei machen will, muss man den Durchgangsverkehr außen herumführen oder unter die Erde bringen. Oslo hat sich für den zweiten Weg entschieden, weil der erste mit langen Fahrzeit- und Fahrwegverlängerungen verbunden ist und damit zu gigantischen Umwelt- und Wirtschaftsschäden führt.
Oberirdischen Durchgangsverkehr gibt es in Oslo nicht mehr - er wurde in mehr als 10 Tunnels unter die Erde verlegt. In Frankfurt hingegen wird der Durchgangsverkehr aller Richtungen immer noch oberirdisch mitten durchs Stadtzentrum geführt - wir liegen Jahrzehnte hinter Oslo zurück.
Ein autofreies Stadtzentrum in Frankfurt wird durch grünen Ideologie-Unsinn verhindert
Wenn Frankfurt jemals ein autofreies Stadtzentrum haben will, geht an einer Verlängerung des Theatertunnels unter der Berliner Straße hindurch kein Weg vorbei. Diese Verlängerung des Theater-Tunnels, mit der man beides - ein autofreies Stadtzentrum und einen autofreien Mainkai - herbeiführen könnte, ist noch nicht einmal geplant, wird von den Grünen aus ideologischen Gründen blockiert ("Tunnels locken Verkehr an"). Während Oslo seit den 90er Jahren mehr als 10 Tunnels gebaut hat, war Frankfurt in diesen Jahrzehnten noch nicht einmal in der Lage, den Theatertunnel bis zur Friedberger Landstraße zu verlängern.
Nach 20 Jahren grüner Verkehrspolitik sind wir von einem autofreien Stadtzentrum weiter entfernt als jemals zuvor.
Der SACTRA Report zeigt es: Selbst wenn man die Autofahrer mit Verkehrsflächen-Reduzierung, Verkehrsverdichtung und Stau-Erzeugung schikaniert, ihnen eine "pefekte Alternative", also einen perfekten ÖPNV zur Verfügung stellt, kann man maximal 25% dazu bringen, dauerhaft auf das Auto zu verzichten. Ob das dann ein "autoarmes" Stadtzentrum ist, wenn sich 25% weniger Fahrzeuge im Stadtzentrum befinden, sei dahingestellt.
Wenn man eine wirkliche Verkehrswende herbeiführen will, muss mehr kommen. Stockholm macht es mit einer City-Maut, die dem ÖPNV einen gravierenden Preisvorteil verschafft. Oslo macht es mit insgesamt mehr als 10 Straßentunnels, mit denen sowohl der Durchgangsverkehr als auch der Besucher- und Einkaufsverkehr unter die Erde gebracht wurde.
Autofreies Stadtzentrum:
Oslo vorne, Frankfurt ganz weit hinten
Die meisten Berichte über Oslo titeln so oder ähnlich: "Norwegen: So wird Oslo autofrei" oder "Oslo: Verabschiedung von der Autostadt". Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Im Stern gibt es mehr Details: "Fahrzeuge gibt es weiterhin. Nur die Herrschaftsverhältnisse haben sich umgekehrt. Zu Fuß geht man in der lichten Belleetage, die verbliebenen Autostraßen verlaufen darunter oder gleich ganz im Untergrund."
Tunnels werden gezielt genutzt, um den Bewohnern der Außenbezirke und der Umlandgemeinden den Zugang zum zum Stadtzentrum mit dem Auto zu ermöglichen, damit sie im Stadtzentrum bequem einkaufen, essen gehen und Events, Kultureinrichtungen etc. besuchen können. Der Einzelhandel bleibt damit wettbewerbsfähig, das Stadtzentrum lebendig und die Aufenthaltsqualität hoch.
Frankfurt ist in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil. Die Grünen wollen die Bewohner der Außenbezirke und der Umlandgemeinden aus dem Stadtzentrum verbannen. Sie wollen sie mit Staus, Parkplatzverknappung und -verteuerung so schikanieren, dass sie das Stadtzentrum meiden und in den EKZs am Stadtrand einkaufen
Damit entziehen sie dem Frankfurter Einzelhandel etwa 40% des Umsatzpotentials und damit die Existenzgrundlage. Bei einem mittelfristigen Umsatzpotential-Verlust von 40% kann der Frankfurter Einzelhandel nicht mehr wettbewerbsfähig gegen Amazon & Co. sein, das ist völlig unmöglich.
Grüne behaupten, dass dieser Umsatzpotential-Verlust dadurch ausgeglichen wird, dass Radfahrer mehr einkaufen, sobald die Autofahrer verdrängt werden - absurder geht es kaum.
Frankfurter Stadtzentrum, Berliner Straße
Verkehrsdezernent Siefert hat durch den Bau von Radwegen die Fahrbahnbreite halbiert, ohne zuvor Maßnahmen zu ergreifen, die den Verkehrszufluss ins Stadtzentrum reduzieren. Damit hat er die Verkehrsdichte verdoppelt, die Stau-, Lärm- und Emissionsbelastung auf ein neues Rekordniveau gehoben.
Wenn es nach den Grünen geht, soll diese ohnehin schon völlig überlastete Straße nach der Mainkai-Sperrung zusätzlich noch Teile des Mainkai-Verkehrs aufnehmen. Damit wird die Stau-, Lärm- und Emissionsbelastung noch weiter erhöht. Auf dem Weg zu einem autofreien Stadtzentrum geht es mit den Grünen weiter rückwärts.