Autofreies Stadtzentrum? Nicht in Frankfurt!
In jedem Wahlkampf versprechen grüne Politiker mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt – durch ein autofreies oder zumindest autoarmes Stadtzentrum. Die Realität: Sie ergreifen eine Maßnahme nach der anderen, die genau das Gegenteil bewirkt.
Ein autofreies Stadtzentrum, indem man es dauerhaft mit Staus überzieht?
Wie soll es mehr Aufenthaltsqualität geben, wenn man Verkehrspolitik betreibt, die zu exponentiell ansteigenden Staus führt? Fahrspur um Fahrspur wird gestrichen, die Verkehrsdichte steigt, mit jeder neuen Verdichtungs-Maßnahme steigen Staus und stau-bedingte Schäden überproportional bis exponentiell an, es entstehen neue Rekorde bei Lärm und Emissionen. Statt mehr Aufenthaltsqualität gibt es genau das Gegenteil.
Ein autofreies Stadtzentrum, indem man Verkehrsmassen mitten durchs Herz der Stadt drängt?
Wie will man ein autofreies Stadtzentrum herbeiführen, wenn man jeden Tag gigantische Verkehrsmassen durch die Berliner Straße drängt, mitten durchs Stadtzentrum? Grüne Politiker lehnen die Weiterführung des Theatertunnels unter die Berliner Straße ab – aus ideologischen Gründen: “Tunnels locken Autos an” Solange an solchen ideologischen Positionen festgehalten wird, wird Frankfurt auch in zehn Jahren noch weit von einem autofreien Stadtzentrum entfernt sein.
Ein autofreies Stadtzentrum, indem man noch mehr Verkehr hineinverlagert?
Wie soll es ein autofreies Stadtzentrum geben, wenn man den Mainkai sperrt und die Verkehrsmassen vom Mainkai noch zusätzlich in die bereits hoch verdichetete, mit Dauerstaus überlastete Berliner Straße verlagert? Das Ergebnis: Ab 2026 drohen historische Spitzenwerte bei Stau, Lärm und Schadstoffbelastung. Das Chaos, das Frankfurt in der Vorweihnachtszeit 2024 erlebte, als der Mainkai gesperrt war, wird zum Dauerzustand werden.
Ein verlängerter Theatertunnel könnte sowohl den Verkehr der Berliner Straße als auch den des Mainkais aufnehmen. Wenn die Zufahrt zu Parkhäusern durch diese Tunnels gewährleistet wäre, könnte man den Niedergang des Einzelhandels stoppen, den Bewohnern aus peripheren Stadtteilen und aus den Umlandgemeinden die Zufahrt ins Stadtzentrum ermöglichen. Damit wären beide zentralen Ziele der Grünen – ein autofreier Mainkai und eine autofreie Innenstadt erreichbar - ohne den Verkehr auf andere Stadtteile abzuwälzen. Die Weigerung, die Berliner Straße zu untertunneln, steht somit im Widerspruch zu den eigenen Verkehrsambitionen der Grünen.
Autofreies Stadtzentrum: Oslo vorne, Frankfurt ganz weit hinten
Die meisten Berichte über Oslo titeln so oder ähnlich: "Norwegen: So wird Oslo autofrei" oder "Oslo: Verabschiedung von der Autostadt" Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Im Stern gibt es die ganze: "Fahrzeuge gibt es weiterhin. Nur die Herrschaftsverhältnisse haben sich umgekehrt. Zu Fuß geht man in der lichten Belleetage, die verbliebenen Autostraßen verlaufen darunter oder gleich ganz im Untergrund."
Tunnel werden gezielt genutzt, um das autofreie Stadtzentrum lebendig, den Eizelhandel wettbewerbsfähig gegen den Online-Handel zu halten. Bewohnern der Peripherie und des Umlands können das Zentrum bequem nicht nur mit dem ÖPNV sondern auch mit dem Auto erreichen.
Stellt man in ChatGPT die Frage "Kann man in Oslo durch Tunnels bis ins Stadtzentrum fahren?" , bekommt man folgende Antwort:
"Ja, in Oslo gibt es ein gut ausgebautes Tunnelsystem, das es Autofahrern ermöglicht, direkt ins Stadtzentrum zu fahren. Die Tunnels, wie der Festningstunnel und der Operatunnel, leiten den Verkehr unter der Stadt hindurch, was dazu beiträgt, den Oberflächenverkehr zu reduzieren. Diese Tunnel spielen eine wichtige Rolle, um den Autoverkehr von den autofreien Zonen des Stadtzentrums fernzuhalten, während Autofahrer trotzdem die Möglichkeit haben, zentrale Bereiche zu erreichen."
Oslo vorne: Oslo erreicht ein autofreies, lebendiges Stadtzentrum mit einem wettbewerbsfähigen Einzelhandel durch unterirdische Tunnel und einen dichten, leistungsfähigen ÖPNV.
Frankfurt hinten: Verkehrsdezernent Siefert hingegen blockiert Tunnelprojekte und lässt den ÖPNV verrotten. Das Ergebnis: Rekordwerte bei Staus, Lärm und Emissionen. Ausgerechnet der Vertreter einer Partei, die bessere Aufenthaltsqualität verspricht, hat die schlechteste Innenstadtqualität aller Zeiten zu verantworten.

Frankfurter Stadtzentrum, Berliner Straße
Verkehrsdezernent Siefert hat durch den Bau von Radwegen die Fahrbahnbreite halbiert, ohne zuvor Maßnahmen zu ergreifen, die den Verkehrszufluss ins Stadtzentrum reduzieren. Damit hat er die Verkehrsdichte verdoppelt, die Stau-, Lärm- und Emissionsbelastung auf ein neues Rekordniveau gehoben.
Ab 2026 soll diese nun überlastete Straße zusätzlich noch Teile des Mainkai-Verkehrs aufnehmen. Damit wird die Stau-, Lärm- und Emissionsbelastung noch weiter erhöht. Ab 2026 geht es auf dem Weg zu einem autofreien Stadtzentrum weiter rückwärts.
Ein Stadtzentrum ohne gesunden Einzelhandel ist kein Stadtzentrum!
Überall in Deutschland wollen grüne Politiker Bewohner aus den Außen-Bezirken und dem Umland systematisch aus dem Stadtzentrum verdrängen. So auch in Frankfurt. Die "Strategie": Verkehrsverdichtung und Stauerzeugung, Parkplatzabbau und hohe Parkgebühren. Damit will man sie dazu zwingen in Einkaufszentren am Stadtrand oder Outlets auf der grünen Wiese einzukaufen. Laut IHK verliert der Einzelhandel dadurch rund 40 % seines Umsatzpotentials. Für eine Branche, die durch Amazon & Co. ohnehin an der Profitabilitätsgrenze operiert, ist das existenzbedrohend. Ohne diese Käufer bricht vielen Geschäften die wirtschaftliche Grundlage weg.
Der ÖPNV bietet hier keine Lösung – kaum jemand wird schwere Einkaufstüten oder Getränkekisten kilometerweit nach Hause tragen. Und dass mehr als die Hälfte der Frankfurter Bürger sich ein Lastenrad kauft und kilometerweit ins Frankfurter Zentrum zum Einkaufen fährt, ist noch weniger realistisch. "Push-Strategie" wird zwangsläufig dazu führen, dass der Einzelhandel im Frankfurter Zentrum stirbt.
Auch die Kultur leidet unter dieser Entwicklung. Peripherie- und Umlandbewohner, die einmal die Zustände in Frankfurts heruntergekommenen U-Bahn-Stationen erlebt haben – den Müll, den Dreck, Obdachlose, Drogensüchtige und dubiose Gestalten, die in Gruppen herumstehen – werden kaum ein zweites Mal mit dem ÖPNV ins Zentrum kommen. Ohne die Möglichkeit, mit dem Auto anzureisen, bleibt Frankfurt auf seinem kulturellen Angebot sitzen.
Ein lebendiges Stadtzentrum braucht sowohl einen florierenden Einzelhandel als auch ein starkes kulturelles Angebot, das auf einer soliden wirtschaftlichen Basis steht. Das ist so, seit es Städte gibt.
Grüne Verkehrspolitik, die Bewohner des Umlands und aus der Stadtperipherie aus dem Stadtzentrum verdrängt, Handel und Kultur die Existenzgrundlage entzieht, zerstört das Herz der Stadt.